Stadt schließt Swap-Kredit ohne Risikokomponente

Der Abensberger Stadtrat hatte in der April-Sitzung darüber zu entscheiden, wie eine Umschuldung vorgenommen werden sollte. Ein Kreditvertrag mit einer Restverbindlichkeit in Höhe von 2,88 Millionen Euro lief im Mai 2015 aus. Nach einer Sondertilgung in Höhe von 0,49 Millionen Euro hatte die Stadt einen neuen Kreditvertrag über die restliche Verbindlichkeit von 2,39 Millionen Euro abzuschließen.

Die Verwaltung hatte daher von verschiedenen Kreditinstituten Angebote eingeholt, zu welchen Konditionen die Banken der Stadt den entsprechenden Kredit geben würden. Dabei stand der Stadtrat vor der Entscheidung, ob er einen Vertrag mit einer kurzen oder einer langen Zinsbindung eingehen sollte. Wie bei jedem privat abgeschlossenen Kredit muss auch die Stadt bei einer kurzen Zinsbindung niedrigere Zinsen zahlen als bei einer längeren Zinsbindung. Dabei kann niemand vorhersagen, wie sich die Zinsen in den nächsten Jahren entwickeln werden, ob man mit einer kurzen Zinsbindung also „gut fährt“ oder nicht. Im Ergebnis entschied sich der Stadtrat für eine lange Zinsbindung, nämlich für 25 Jahre mit Zinsen in Höhe von 0,98 %.

Bei dieser Laufzeit hatte die Kreissparkasse Kelheim in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesbank das wirtschaftlichste Angebot abgegeben. Das Angebot sieht ein sogenanntes Swap-Geschäft vor, bei dem die Kreissparkasse, die Bayerische Landesbank und die Stadt Abensberg beteiligt ist.

Warum haben Swap-Geschäfte einen schlechten Ruf?
Swap-Geschäfte können mit Spekulationen kombiniert werden. Zum Beispiel indem das Geschäft an den Wechselkurs einer anderen Währung oder an Aktienkurse gekoppelt wird. Mit solchen spekulativen Swap-Geschäften haben sich in der Vergangenheit etliche Gemeinden verspekuliert und hohe Verluste gemacht.

Hat die Stadt Abensberg ein spekulatives Swap-Geschäft abgeschlossen?
Nein. Die abgeschlossenen Verträge enthalten keinerlei spekulatives Element. Die von der Stadt Abensberg an die Landesbank zu leistenden Zahlungen sind für die gesamte Vertragslaufzeit eindeutig festgelegt.

Wie funktioniert der Swap-Kredit?
Die Kreissparkasse erhält für den Kredit Zinsen in Höhe des jeweils aktuellen 3-Monats-Euribor von der Stadt. Die Stadt erhält diese an die Sparkasse zu zahlenden Zinsen von der Bayerischen Landesbank erstattet. Im Gegenzug zahlt die Stadt an die Landesbank Zinsen in Höhe von 0,98 %. Die Stadt zahlt letztlich also nur die Zinsen in Höhe von 0,98 % an die Landesbank und natürlich die Tilgung des Kredits bei der Sparkasse.

Schränkt der Kredit die Stadt in ihrer Flexibilität ein?
Lange Laufzeiten eines Kreditvertrages mit langen Zinsbindungen haben immer den Nachteil, dass der Kreditnehmer nicht davon profitieren kann, wenn die Zinsen noch weiter sinken. Im Gegenzug hat der Kreditnehmer die Sicherheit, dass er durch steigende Zinsen nicht belastet werden kann. Die Stadt Abensberg hat aber auch noch weitere Kreditverträge, bei denen die Laufzeit bald endet. Daher kann die Stadt auch hier Sondertilgungen leisten, nämlich im Jahr 2019 über 0,8 Millionen Euro und im Jahr 2021 über 1,1 Millionen Euro.